Stephan Schmidt ⸺ 13. February 2026

Der Begriff Querfront


TL;DR: Querfront ⁓ die Allianz der äußersten Linken mit der äußersten Rechten gegen die demokratische Mitte ⁓ ist keine Erfindung der Gegenwart. Sie reicht vom Cercle Proudhon in Paris (1911) über den Nationalbolschewismus, die Sozialfaschismus-These der KPD und den BVG-Streik (1932) bis zum Hitler-Stalin-Pakt (1939). Dreißig Jahre lang, von 1911 bis 1941, war sie eine wiederkehrende Konstante der europäischen Politik.

Querfront ist kein modernes Phänomen. Vom Cercle Proudhon in Paris 1911 über den BVG-Streik in Berlin 1932 bis zum Hitler-Stalin-Pakt 1939 arbeiteten die äußerste Linke und die äußerste Rechte immer wieder zusammen ⁓ gegen die demokratische Mitte.

Das Wort Querfront setzt sich aus quer (schräg, über etwas hinweg) und Front (Kampflinie) zusammen ⁓ wörtlich eine Front, die quer über die politischen Lager hinweg verläuft. Geprägt wurde der Begriff in der Weimarer Republik für den Versuch Reichskanzler Kurt von Schleichers Ende 1932, eine Regierungsbasis zu schaffen, die quer durch das Spektrum von den Gewerkschaften bis zum sozialistischen Strasser-Flügel der NSDAP reichte. Seitdem bezeichnet Querfront jede politische Allianz, in der sich die äußerste Linke und die äußerste Rechte gegen die demokratische Mitte verbünden.

Die Idee reicht weiter zurück als der Begriff. Schon 1911 gründeten Georges Valois (später Gründer des Faisceau, Frankreichs erster faschistischer Partei) und Édouard Berth (Schüler Sorels) mit dem Cercle Proudhon einen Zirkel, der revolutionäre Syndikalisten und Monarchisten der Action Française vereinte. Das erklärte Ziel: “eine gemeinsame Plattform für Nationalisten und linke Anti-Demokraten” — eine “Belagerung und Erstürmung der Demokratie” durch “zwei synthetisierende und konvergierende Bewegungen, eine von der äußersten Rechten und die andere von der äußersten Linken”.1

In Italien war die Geburtsstunde des Faschismus selbst eine Querfront-Veranstaltung. Am 23. März 1919 gründete Mussolini in Mailand die Fasci Italiani di Combattimento. Das Publikum: linke Interventionisten, Futuristen, ehemalige Arditi, Republikaner und revolutionäre Syndikalisten. Das Programm enthielt Frauenwahlrecht, 8-Stunden-Tag, progressive Besteuerung — zusammen mit aggressivem Nationalismus.2

Parallel dazu entstand in Deutschland eine eigene Querfront-Ideologie: der Nationalbolschewismus. Heinrich Laufenberg (Vorsitzender des Hamburger Arbeiter- und Soldatenrats, KPD) und Fritz Wolffheim präsentierten Karl Radek im Oktober 1919 eine Politik dieses Namens: Diktatur des Proletariats plus deutscher Nationalismus gegen die alliierten Besatzer, im Bündnis mit der Sowjetunion. Klassenkampf sollte zugunsten klassenübergreifender nationaler Kooperation zurückgestellt werden. Beide wurden aus der KPD ausgeschlossen.3

Die Idee überlebte den Ausschluss ihrer Urheber. Niekisch ⁓ ehemaliger SPD-Funktionär und Vorsitzender der Bayerischen Räterepublik 1919 ⁓ entwickelte eine “revolutionär-nationalistische” Ideologie: antidemokratisch, antikapitalistisch, antiwestlich und pro-sowjetisch. Seine Zeitschrift Widerstand propagierte eine Querfront, “die Arbeiter und Nationalisten vereint” gegen Versailles und den Liberalismus.4

Die KPD selbst griff die nationalbolschewistische Rhetorik auf, sobald es ihr nützte. Karl Radek würdigte am 21. Juni 1923 vor dem Exekutivkomitee der Komintern den von den Franzosen erschossenen Freikorpskämpfer Leo Schlageter als “mutigen Soldaten der Konterrevolution” und “Wanderer ins Nichts”. Die Rede erschien auf der Titelseite der Roten Fahne. Hermann Remmele sprach vor einer nationalsozialistischen Versammlung in Stuttgart. Moeller van den Bruck und Reventlow durften in KPD-nahen Publikationen antworten. Die KPD versuchte bewusst, nationalistisch gesinnte Arbeiter von der NSDAP abzuwerben, indem sie nationalen Befreiungskampf und Klassenkampf verband.5

Den Schlüssel zur Querfront-Bereitschaft der KPD lieferte die Sozialfaschismus-These. Sinowjew bezeichnete im Januar 1924 die Sozialdemokratie als “faschistischen Flügel der Arbeiterbewegung”.6 Stalin lieferte im September 1924 die kanonische Formel: Sozialdemokratie und Faschismus seien “keine Antipoden, sie sind Zwillinge”.7 Ab 1928, mit dem VI. Weltkongress der Komintern und der Ausrufung der “Dritten Periode”, wurde diese Gleichsetzung zur verbindlichen Doktrin der gesamten kommunistischen Weltbewegung. Die innere Logik war bestechend einfach: Faschismus ist die Herrschaft des Kapitalismus, die SPD stützt den Kapitalismus, ergo ist die SPD “sozialfaschistisch”. Wer die SPD zum Hauptfeind erklärt, für den ist die NSDAP nicht mehr der Hauptfeind ⁓ die Querfront-Nähe wird denkbar.

Thälmann erklärte dann auch die SPD — nicht die NSDAP — zum Hauptfeind:

“Kampf gegen den Faschismus heißt Kampf gegen die SPD, genauso wie es Kampf gegen Hitler und die Brüningparteien heißt.”8

Ein KPD-Rundschreiben vom Februar 1930 hielt fest: “Kommunist sein heißt Todfeind des Sozialfaschismus sein.”9 Thälmann argumentierte, der Faschismus habe “längst begonnen” — in der Weimarer Demokratie selbst. Die NSDAP war ein sichtbares, aber nachrangiges Problem. Die demokratische SPD war der eigentliche Feind. Im Dezember 1931:

“Einige Nazibäume dürfen den Wald [der Sozialfaschisten] nicht verdecken.”10

Wenn die SPD bereits faschistisch war, dann war die Zusammenarbeit mit tatsächlichen Faschisten kein Tabubruch mehr ⁓ nur noch eine taktische Frage. Und die KPD teilte mit der NSDAP nicht nur einen gemeinsamen Feind, sondern zunehmend auch eine gemeinsame Sprache. Am 24. August 1930 veröffentlichte die KPD unter Thälmann die “Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes”. Aus dem Dokument:

“Nur wir Kommunisten kämpfen sowohl gegen den Youngplan als auch gegen den Versailler Raubfrieden, den Ausgangspunkt der Versklavung aller Werktätigen Deutschlands.”11

Was das in der Praxis bedeutete, zeigte sich am 9. August 1931, als KPD, NSDAP, DNVP und Stahlhelm gemeinsam für die Auflösung des preußischen Landtags stimmten ⁓ gegen die SPD-geführte demokratische Landesregierung unter Otto Braun. Die KPD lehnte das Volksbegehren zunächst ab, wurde aber von der Komintern gezwungen, ihre Position zu revidieren. Sie rief den Volksentscheid als “Roten Volksentscheid” aus. Das Quorum wurde mit 36,8 % knapp verfehlt.12

Ende 1932 folgte der Versuch, der dem Begriff seinen Namen gab. Reichskanzler Kurt von Schleicher versuchte, den Strasser-Flügel der NSDAP abzuspalten, die ADGB-Gewerkschaften einzubinden und eine überparteiliche Regierungsbasis zu schaffen ⁓ Nationalisten, Konservative und Gewerkschafter gegen Hitler und gegen die parlamentarische Demokratie. Gregor Strasser konnte sich innerparteilich nicht durchsetzen und trat am 8. Dezember 1932 von allen Parteiämtern zurück.13

Auf der Straße wurde die Querfront derweil Realität. Berlin, 3. November 1932. Kommunistische und nationalsozialistische Streikposten stehen Seite an Seite vor den Depots der Berliner Verkehrsgesellschaft. Sie schüchtern gemeinsam Streikbrecher ein, sabotieren gemeinsam den Betrieb. Walter Ulbricht organisiert für die KPD, Joseph Goebbels für die NSDAP. Vier Streikende werden von der Polizei erschossen. Der Streik dauert fünf Tage und legt den Berliner Nahverkehr lahm.14

Die Anweisung kam von Ernst Thälmann persönlich:

“Bei der Auslösung von Streiks in den Betrieben sei die Hereinnahme von Nazis in die Streikkomitees absolut notwendig und erwünscht.”15

Ernst Thälmann. Der Mann, nach dem in der DDR Straßen, Schulen und Pionierorganisationen benannt wurden. Der antifaschistische Held. Er ordnete die Zusammenarbeit mit Nazis an.

Noch nach Hitlers Machtergreifung erklärte die Komintern am 1. April 1933, faschistische Herrschaft sei “nur ein vorübergehendes Phänomen”. Selbst bei seiner letzten ZK-Tagung in Ziegenhals am 7. Februar 1933 ⁓ eine Woche nach Hitlers Ernennung ⁓ warnte Thälmann vor einer “Überschätzung” der Hitler-Regierung und forderte den “schärfsten ideologischen Kampf gegen die betrügerischen Parolen der SPD”.16

Zwei Jahre später vollzog die Komintern eine Kehrtwende. Auf ihrem VII. Weltkongress 1935 rief Dimitrow zur Volksfront auf: Kommunisten sollten mit Sozialdemokraten und bürgerlichen Parteien gegen den Faschismus zusammenarbeiten. In Frankreich entstand 1936 eine Volksfrontregierung unter Léon Blum. Vier Jahre lang war Antifaschismus die offizielle Linie der kommunistischen Weltbewegung.17

International heißt der Pakt meist “Molotow-Ribbentrop-Pakt” ⁓ nach den Außenministern, die ihn unterzeichneten, nicht nach den Diktatoren, die ihn beschlossen. In Deutschland ist “Hitler-Stalin-Pakt” die gängige Bezeichnung. Der Stalin-Biograph Stephen Kotkin: “It’s sometimes called the Molotov-Ribbentrop Pact because they signed it, but it’s really a pact between Hitler and Stalin.”

Am 23. August 1939 war davon nichts mehr übrig. An diesem Tag unterzeichneten Wjatscheslaw Molotow und Joachim von Ribbentrop in Moskau den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt ⁓ bekannt als Molotow-Ribbentrop-Pakt oder Hitler-Stalin-Pakt. Ein geheimes Zusatzprotokoll teilte Osteuropa in Einflusssphären auf: Finnland, Estland, Lettland, Ostpolen und Bessarabien fielen an die Sowjetunion, Westpolen an Deutschland. Vier Tage zuvor, am 19. August, hatten beide Seiten bereits ein Kreditabkommen über 200 Millionen Reichsmark geschlossen.18

Am 7. September 1939 rief Stalin den Generalsekretär der Komintern, Georgi Dimitrow, zu sich. Der Krieg sei ein Kampf zwischen zwei Gruppen kapitalistischer Länder um die Neuaufteilung der Welt, erklärte Stalin. Die Sowjetunion habe nichts dagegen, “dass sie sich tüchtig prügeln und gegenseitig schwächen.” Die Unterscheidung zwischen faschistischen und demokratischen Staaten verliere ihre Bedeutung.19 Am 9. September billigte das Sekretariat der Komintern die neue Linie offiziell: Der Krieg sei ein “ungerechter, imperialistischer Krieg”, beide Seiten trügen gleiche Schuld, alle antifaschistische Propaganda sei einzustellen.

Georgi Dimitrow (1882–1949), bulgarischer Kommunist, seit 1935 Generalsekretär der Kommunistischen Internationale. Sein Tagebuch, publiziert 2003, dokumentiert Stalins Direktiven an die Komintern.

Die Kehrtwende traf die kommunistischen Parteien weltweit. In Frankreich hatte der PCF (Parti communiste français, Kommunistische Partei Frankreichs) noch am Tag nach der Kriegserklärung für erhöhte Militärkredite gestimmt. Nach der Komintern-Direktive bezeichnete die Partei den Krieg als “imperialistisch”. Am 26. September 1939 verbot Ministerpräsident Daladier den PCF. Parteichef Maurice Thorez desertierte am 4. Oktober auf Befehl Dimitrows aus der französischen Armee und floh über Belgien nach Moskau. In den USA verlor die CPUSA (Communist Party USA, Kommunistische Partei der USA) rund 15 Prozent ihrer Mitglieder.20 Die KPD, seit 1933 verboten, begrüßte den Hitler-Stalin-Pakt aus dem Moskauer Exil offiziell als “Schlag für den Frieden”.21

Am 22. September 1939 nahmen Generalleutnant Heinz Guderian und der sowjetische Brigadekommandeur Semjon Kriwoscheein in Brest-Litowsk eine gemeinsame Militärparade ab. Deutsche und sowjetische Truppen marschierten durch die Stadt, die Nationalhymnen beider Länder erklangen, es folgte der Flaggenwechsel. Guderian und Kriwoscheein kannten sich von den geheimen deutsch-sowjetischen Panzerübungen auf dem Prüfgelände Kama bei Kasan in den zwanziger Jahren. Sie unterhielten sich auf Französisch und stießen mit Champagner an.22

Die Kooperation ging über Symbole hinaus. Das NKWD (Volkskommissariat für Innere Angelegenheiten, sowjetische Geheimpolizei) und die Gestapo hielten nach der Teilung Polens mindestens vier dokumentierte Konferenzen ab ⁓ in Brest-Litowsk, Przemyśl, Zakopane und Krakau ⁓ zur Koordinierung von Repressionsmaßnahmen und Gefangenenaustausch.23 Das NKWD lieferte deutsche Kommunisten und Antifaschisten an die Gestapo aus. Der Historiker Wilhelm Mensing dokumentierte 325 namentlich bekannte Fälle.24

Margarete Buber-Neumann (1901–1989), KPD-Mitglied, Ehefrau des KPD-Politbüromitglieds Heinz Neumann, der 1937 in der Sowjetunion erschossen wurde.

Margarete Buber-Neumann wurde im Februar 1940 auf der Grenzbrücke von Brest-Litowsk übergeben. GPU-Beamte überquerten die Brücke, kamen mit SS-Offizieren zurück, ein GPU-Chef verlas eine Namensliste. Der SS-Kommandant und der GPU-Chef salutierten einander. Drei Männer verweigerten die Überquerung. Buber-Neumann kam ins KZ Ravensbrück. Ihr Buch Als Gefangene bei Stalin und Hitler erschien 1949.25

Wirtschaftlich lieferte die Sowjetunion im Rahmen des Handelsabkommens vom 11. Februar 1940 anderthalb Millionen Tonnen Getreide, 820.000 Tonnen Erdöl und große Mengen weiterer Rohstoffe an Deutschland. Der Gesamtwert betrug rund 650 Millionen Reichsmark. Die Transsibirische Eisenbahn diente als Transitroute für japanischen Kautschuk nach Deutschland. Am Morgen des 22. Juni 1941 passierte ein sowjetischer Getreidezug die Grenze bei Brest-Litowsk ⁓ Stunden bevor die Wehrmacht angriff und den Pakt beendete.26

Vom Cercle Proudhon über den Roten Volksentscheid bis zur Grenzbrücke von Brest-Litowsk: Die Querfront war keine Erfindung der Weimarer Republik und kein Betriebsunfall einzelner Parteien. Sie immer wieder, von 1911 bis 1941, eine wiederkehrende Konstante der europäischen Politik ⁓ überall dort, wo die Extreme sich näher standen als der demokratischen Mitte.


  1. Georges Valois, “Notre première année,” Cahiers du Cercle Proudhon, Mai-August 1912, S. 157 (“gemeinsame Plattform”); Édouard Berth, Les Méfaits des intellectuels, Paris 1914, S. 353-354 (“Belagerung und Erstürmung”). Zitiert nach Zeev Sternhell, The Birth of Fascist Ideology, Princeton 1994. Die Gründungsversammlung des Cercle fand am 16. Dezember 1911 statt. ↩︎

  2. Das Manifest der Fasci wurde am 6. Juni 1919 in Il Popolo d’Italia veröffentlicht, verfasst von Alceste De Ambris und Filippo Tommaso Marinetti. Volltext bei Renzo De Felice, Mussolini il rivoluzionario 1883-1920, Turin 1965, S. 742-743. ↩︎

  3. Otto-Ernst Schüddekopf, Linke Leute von rechts. Die nationalrevolutionären Minderheiten und der Kommunismus in der Weimarer Republik, Stuttgart 1960; Louis Dupeux, “Nationalbolschewismus” in Deutschland 1919-1933, München 1985. Laufenberg und Wolffheim wurden zunächst aus der KPD gedrängt, gründeten die KAPD mit und wurden im August 1920 auch dort ausgeschlossen. ↩︎

  4. Ernst Niekisch, Gewagtes Leben. Begegnungen und Begebnisse, Köln/Berlin 1958; Hans Buchheim, “Ernst Niekischs Ideologie des Widerstands”, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 5 (1957), S. 334-361. Niekisch war 1919 Vorsitzender des Zentralrats der bayerischen Arbeiter-, Bauern- und Soldatenräte und trat bei der Ausrufung der Räterepublik am 7. April 1919 zurück. ↩︎

  5. Karl Radek, “Leo Schlageter, der Wanderer ins Nichts”, Rede vor dem 3. Erweiterten Plenum des EKKI, 20. Juni 1923, publiziert in: Die Rote Fahne, 26. Juni 1923. Die Debattenbeiträge von Arthur Moeller van den Bruck (Das Gewissen), Ernst Graf von Reventlow (Reichswart) und Paul Fröhlich (Rote Fahne) wurden gesammelt als Broschüre publiziert: Schlageter ⁓ eine Auseinandersetzung, KPD-Verlag 1923. Hermann Remmele sprach am 2. August 1923 in Stuttgart vor einer NSDAP-Versammlung. ↩︎

  6. Grigori Sinowjew, Bericht vor dem Präsidium des EKKI, Januar 1924, in: Die Lehren der deutschen Ereignisse, Hamburg 1924, S. 66. Zur Genese der These: Siegfried Bahne, “Sozialfaschismus” in Deutschland, in: International Review of Social History 10 (1965), S. 211-245. ↩︎

  7. Josef Stalin, “Über die internationale Lage”, in: Bolschewik Nr. 11, 20. September 1924; abgedruckt in: J. W. Stalin, Werke, Bd. 6, Berlin 1952, S. 293-314. Im Original: “They are not antipodes, they are twins.” ↩︎

  8. Aufruf des ZK der KPD, “Schmiedet die rote Einheitsfront!”, Ende November 1931, in: Die Rote Fahne↩︎

  9. Rundschreiben des ZK der KPD, 9. Februar 1930, abgedruckt in: Hermann Weber (Hrsg.), Die Generallinie. Rundschreiben des Zentralkomitees der KPD an die Bezirke 1929-1933, Düsseldorf 1981. ↩︎

  10. Ernst Thälmann, “Einige Fehler in unserer theoretischen und praktischen Arbeit”, in: Die Internationale, Jg. 14, H. 11/12 (1931). ↩︎

  11. “Programmerklärung zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes”, Proklamation des ZK der KPD, in: Die Rote Fahne, 24. August 1930. ↩︎

  12. 36,8 % der Stimmberechtigten stimmten mit Ja ⁓ das Quorum von 50 % wurde verfehlt. Wilhelm Pieck schrieb am 20. Juli 1931 aus Moskau, die Komintern-Führung sei “einstimmig” für eine Teilnahme der KPD. Zwei Tage später revidierte das Politbüro seine Position. Vgl. Bert Hoppe, In Stalins Gefolgschaft. Moskau und die KPD 1928-1933, München 2007; Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe, Bonn 1990. ↩︎

  13. Henry Ashby Turner, Hitlers Weg zur Macht. Der Januar 1933, München 1997; Richard J. Evans, Das Dritte Reich, Bd. 1: Aufstieg, München 2004. ↩︎

  14. Der BVG-Streik dauerte vom 3. bis 7. November 1932. Vgl. Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe, Bonn 1990, S. 765-773. ↩︎

  15. Zit. n. Heinrich August Winkler, Der Weg in die Katastrophe, Bonn 1990. ↩︎

  16. Resolution des EKKI-Präsidiums, 1. April 1933. Thälmanns letzte ZK-Tagung in Ziegenhals am 7. Februar 1933 ist nur fragmentarisch überliefert ⁓ durch die NS-Anklageschrift gegen ihn. Vgl. E. H. Carr, Twilight of the Comintern, 1930-1935, London 1982. ↩︎

  17. Georgi Dimitroff, “Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunistischen Internationale”, Bericht auf dem VII. Weltkongress der Komintern, 2. August 1935. ↩︎

  18. Heinrich Schwendemann, Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion von 1939 bis 1941, Berlin 1993; Edward E. Ericson III, Feeding the German Eagle: Soviet Economic Aid to Nazi Germany, 1933-1941, Westport 1999. ↩︎

  19. Georgi Dimitrow, Tagebuch 1933–1949, hrsg. von Ivo Banac, Yale University Press 2003, Eintrag vom 7. September 1939. ↩︎

  20. Von 66.000 Mitgliedern im Januar 1939 auf 55.000 im Januar 1940. Rund 8.500 traten aus Desillusionierung über den Pakt aus, weitere 7.500 wurden wegen des Voorhis Act gestrichen. ↩︎

  21. Zum PCF-Verbot und Thorez’ Desertion: John Bulaitis, Maurice Thorez: A Biography, London 2018. Zur KPD im Exil: Jan Foitzik, “Die Kommunistische Partei Deutschlands und der Hitler-Stalin-Pakt”, in: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte 37 (1989), S. 365-390. ↩︎

  22. Dokumentiert u.a. auf Fotografien und in sowjetischen und deutschen Militärberichten. Guderian beschreibt die Episode in seinen Memoiren Erinnerungen eines Soldaten (1951). ↩︎

  23. Robert Conquest, The Great Terror (überarbeitete Ausgabe 1990). Die vierte Konferenz in Krakau im März 1940 fiel zeitlich mit den Vorbereitungen für das Massaker von Katyń zusammen. ↩︎

  24. Wilhelm Mensing, Vom Ruhrgebiet in den Gulag. Deutsche Opfer des stalinistischen Terrors in der Sowjetunion. Die Auslieferungen begannen bereits 1935 und intensivierten sich nach dem Pakt. ↩︎

  25. Margarete Buber-Neumann, Als Gefangene bei Stalin und Hitler, München 1949. ↩︎

  26. Liefermengen nach Edward E. Ericson III, Feeding the German Eagle, Westport 1999. Zum Getreidezug am 22. Juni 1941 vgl. auch William L. Shirer, Aufstieg und Fall des Dritten Reiches, Köln 1961. ↩︎